Aron Weil (1832 - 1905)

Aron Weil wurde am 12. 12. 1832 in Steinsfurt geboren.

Sein Vater war der Bürger und Handelsmann Samuel Weil (ca 1791 - 1865), seine Mutter war Jocheved geb Reis aus Wollenberg (* ca 1794 - 1864) . Die Eltern von Aron waren am 8. Juli 1818 in Rohrbach getraut worden . Sie hatten 10 Kinder: Nathan Veis (*1819), Elise (Elka) (*1822), Josef (*1823), Bula (*1825), ein totgeborenes Mädchen (*1827), Samuel (*1828), Lazarus (*1830), Aron, Karl (*1835) und Isak (*1837) .

Da sein älterer Bruder Josef das Handelsgeschäft des Vaters übernommen hatte, wurde Aron Metzger. Infolge der neuen Badischen Gesetze konnte er in diesem Beruf Meister werden. 1861 wurde er sogar zum aktiven Bürger von Steinsfurt aufgenommen

Am 2. März 1858 heiratete Aron in Sinsheim Berta Edesheimer. Sie war am 10. Juli 1829 in Eichtersheim als Tochter von Veis Edesheimer (ca 1798 - 1868) und seiner Ehefrau Gütchen b Gumbel (ca 1798 - 1862) von Massenbachhausen geboren.
Aus dem Ehevertrag vom 18. Februar 1858 wird ersichtlich, dass Aron von seiner Mutter u.a. ein halbes Haus mit Scheune zur Hochzeit erhalten hatte . In diesem wohnten das Paar, und Aron hatte dort sein Geschäft.

Das Ehepaar Aron und Berta hatte 12 Kinder :

  • Elise (*1858) (heiratete den Handelsmann Samuel Salomon aus Hilbringen. Sie starb dort 1933)
  • Reika (*1860, ✡ 1860)
  • Johanna (* 1861) (wanderte in die USA aus und arbeitete dort in einem Jüdischen Waisenhaus. Sie heiratete schließlich, starb aber schon kurz danach.)
  • Leopold (*1863, ✡ 1863)
  • Gustav (*1864) (übernahm das Handelsgeschäft des Vaters, starb 1921)
  • Samuel (*1866, ✡ 1868),
  • Auguste (*1867, wanderte vor 1890 in die USA aus),
  • Ida  (*1868) (heiratete den Handelsmann Samuel Samuel und wurde 1942 in Auschwitz ermordet)
  • Emma (*1870) (wanderte 1891 in die USA aus)
  • Ferdinand (Veis) (*1871) (heiratete Hannchen, die Tochter von Josef Weil, und starb schon 1905 in Mannheim)
  • Josef (*1873, ✡1873),
  • Rosalie (*1874) (heiratete den Religionslehrer Moritz Bloch und konnte mit ihm ins Heilige Land auswandern. Dort starb sie aber schon 1944)

Aron war aktiv in der israelitischen Gemeinde von Steinsfurt tätig. Auf seinem Grabstein ist dazu vermerkt, dass er 28 Jahr Vorstand der Gemeinde war. Daher spielte er eine wichtige Rolle bei der Erbauung der Synagoge am Goldbach: alle Anträge tragen seine Unterschrift und er wirkte natürlich bei der Grundsteinlegung aktiv mit.

Grab von Aron Weil und Berta geb EdesheimerAron Weil starb am 27. September 1905 in Steinsfurt, seine Frau Berta starb dort 1912. Das Ehepaar hat ein gemeinsames Grab im jüdischen Friedhof in Waibstadt.

Die hebräische Inschrift für Aron lautet:
Hier liegt begraben Aron, Sohn des Samuel Weil,
28 Jahre Vorstand der Gemeinde
Unsere Erinnerung an ihn wird nicht ausgelöscht werden für viele Generationen
Er starb am Freitag, 27. Elul
Und wurde am Neujahrs Abend des Jahres 5666 beerdigt.
TNZBH (Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens)

Für Berta lautet der Text:
Hier liegt begraben
Eine Frau von wertvollem Glanz für ihren Mann und die Söhne
Unschuldig, ehrlich und angenehm in allen ihren Taten
Sie bewirkte Güte und Milde alle Tage ihres Lebens
Die ehrenwerte Frau Beila, Frau des Aron
Sohn des Samuel starb am Mittwoch, den 12. Cheschwan
Und wurde beerdigt am Donnerstag den 13. im Jahr 5673.
TNZBH (Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens)
 
 

Quellen

Standesbücher von Steinsfurt, Wollenberg, Eichtersheim

Stadtarchiv Sinheim, Bestand „Steinsfurt”, \1

Bei der Übersetzung half Ariel Samuel, ein Ururenkel von Aron & Berta Weil